IDW ES 13

Das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.) hat am 12. Juni 2015 den Entwurf eines IDW Standards zu den Besonderheiten bei der Unternehmensbewertung zur Bestimmung von Ansprüchen im Familien- und Erbrecht (IDW ES 13) veröffentlicht. Der Entwurf soll die bisherige IDW Stellungnahme zur Unternehmensbewertung im Familien- und Erbrecht (IDW St/HFA 2/1995) ersetzen. Grundsätzlich weicht das IDW mit seinem Entwurf nicht von den im IDW S1 dargelegten Grundsätzen zur Durchführung von Unternehmensbewertungen ab. Gemäß den Grundsätzen des IDW S1 sind die künftigen Ertrags- bzw. Zahlungszuflüsse in der Bewertung zu berücksichtigen. Der Entwurf stellt jedoch klar, dass auf die jeweiligen zivilrechtlichen Bestimmungen der zur bewertenden Rechtsverhältnisses einzugehen ist und berücksichtigt somit die aktuelle BGH Rechtsprechung und die Ausführungen des IDW Praxishinweis 1/2014 zu den Besonderheiten bei der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen

Wir erwarten, dass die durch den IDW ES 13 vorgegebene Berücksichtigung der individuellen steuerlichen Situation, die Berechnung und Berücksichtigung abschreibungsbedingter Steuervorteile (TAB) notwendig werden und sich die deutsche Berufspraxis somit an die nach internationaler Rechnungslegung entwickelter Bewertungspraxis annähert. Weiter stellt der Standard klar, dass von der im IDW S1 vorgeschrieben methodischen Ermittlung der Kapitalkosten auf bei kleiner und mittleren Unternehmen durch pauschale Festlegung der Kapitalkosten nicht abgewichen werden darf.

Die Kommentierungspflicht endete am 31. Dezember 2015, sodass eine Verabschiedung des Standards bis zum 31.12.2016 zu erwarten ist. Unabhängig davon ist der am 25.05.2015 erstmalig veröffentliche Entwurf des Standard (ERS 13) für laufenden Bewertungsprojekte inhaltlich durch den Sachverständigen zur Konsultation heranzuziehen.

Schlagwörter: , ,